Vogelhaus-Kamera Version 2

Gepostet von Thomas am 2016-09-16 21:52:02

Die Grundidee / Anforderungen

Aus der vorherigen Version 1 hatte ich folgende Verbesserungen für diese Version geplant:

  • Technik von außen zugänglich machen, um Wartungsarbeiten schnell und stressfrei für die Vögel durchführen zu können
  • Kabel zur Versorgung der Technik von 7 Kabeln (2 x 2 für LEDs und 3 für Temperatursensor) minimieren auf 5
  • Kabelgewirr verhindern

Das neue Vogelhaus hatte ein Flachdach. Darauf wollte ich einen "Technik-Kasten" setzen, und durch ein Loch im Flachdach den Innenraum ausleuchten und nach unten filmen. Als Gehäuse hatte ich mir einen Elektro-Abzweigkasten aus dem Baumarkt überlegt. Der ist günstig, wasserdicht und hat einen Deckel, den man leicht zu Wartungsarbeiten abnehmen kann.

Hier sieht man einen ersten Test der Kamera. Eine weitere gelernte Lektion aus Version 1 war, die LEDs mit feinkörnigem Schmirgelpapier anzurauhen, damit sie anstelle der Spotlights ein diffuses Licht ausstrahlen und somit den gesamten Innenraum gut ausleuchten.

 

Der Aufbau

Das thermodynamische Plastik für die Kamera-Ablage hatte sich im Vogelhaus bewährt, also habe ich es auch für diese Version genutzt: Als Wippe, die man von außen über ISO-Gewindeschrauben im Winkel justieren kann.

Die Kamera habe ich seitlich auf die Wippe gelegt. So bekommt man durch das Bildformat auch noch das Flugloch des Nistkastens aufs Bild. Hier ist ein erster Test zu sehen. Das Flachbandkabel der Kamera ist hier auch noch provisorisch. Die rote Kamera-LED habe ich später noch deaktiviert.

Um das Kabelgewirr diesmal zu vermeiden und gleichzeitig auf einen Kabelkanal verzichten zu können, hatte ich mir als Netzwerker überlegt, ein ausgemustertes Ethernet Netzwerkkabel mit seinen 8 Adern zu nutzen. Das eine Ende versorgt die LEDs, welche in dieser Version in Reihe geschaltet wurden. Drei weitere Adern versorgen den Temperatursensor, der Rest bleibt ungenutzt. Ich habe sie zusammengedrillt und mit Isolierband verklebt, so dass sie nicht stören aber für zukünftige Verwendung noch zur Verfügung stehen.

So  sieht die Technik-Box auf dem Dach fertig aus. Halb über das Loch im Boden der Box habe ich ein weiteres Stück Plastik geklebt, durch das die LEDs und der DS18B20 Temperatursensor von oben durchgesteckt werden. Das Netzwerk-Kabel wird durch eins der vorgesehenen Löcher aus dem Technik-Kasten geführt, hinten am Vogelhaus entlang und in die Gartenhütte zum Raspberry Pi. Durch diese Konstruktion ist es auf jeden Fall gelungen, dass man schnell den Deckel abnehmen kann, um die Kamera zu tauschen. Man kann auch den Kasten ganz abschrauben und das Loch temporär verschließen, wenn mehr gemacht werden muss.

Das Flachbandkabel habe ich zwischen Technik-Kasten und Holzdach hindurchgeführt und mit Plastikstücken vor der Witterung geschützt. Es geht an der Rückwand des Vogelhauses herunter und in die Gartenhütte, direkt daneben das blaue umfunktionierte Netzwerkkabel. Viel Heißkleber wurde verwendet, um den Boden der Technikbox und das Flachbandkabel vor Feuchtigkeit abzudichten... Das könnte ich noch verbessern.

 

 

 

Auf der anderen Seite des recycelten Netzwerkkabels in der Nähe des Raspberry Pi landen die Drähte auf einem Steckbrett. Dort befinden sich ich alle benötigten Widerstände und es geht weiter zum Pi. Ich habe mich entschieden, die Widerstände nicht fest zu verlöten, so dass man auf einfache Weise Reparaturen in der Gartenhütte vornehmen kann. Das Steckbrett habe ich auch in eine Elekto-Abzweigbox in der Gartenhütte direkt neben dem Pi platziert. Auf dem Bild ist an den drei GPIO-Pins vorne links der Temperatursensor angeschlossen und an den beiden ganz rechts die LEDs.

 

Erfahrungen nach einer Brutsaison

Die Brutsaison 2015 war in diesem Vogelhaus ein voller Erfolg! Zehn kleine Kohlmeisen wurden ausgebrütet und haben am 22.04.2015 das Nest verlassen. Die Kamera hat tolle Videos und Bilder geliefert, es gab keine Ausfälle oder Bedarf an Wartungsarbeiten. Der Heißkleber ist bräunlich angelaufen. Auch am Technik-Kasten waren Witterungsspuren erkennbar. Insgesamt gefiel mir die Optik nicht mehr so gut. Bei der nächsten Version sollte sich der Technik-Kasten besser dem Vogelhaus angleichen.

Im Vogelhaus selbst wurde vom Kohlmeisenpärchen ein stattliches Nest von ca. 7cm Dicke gebaut. Am Ausflugloch und auch im Technik-Kasten waren viele kleine Pünktchen zu sehen, ich vermute, dass es irgendwelche Vogelparasiten sind. Deshalb habe ich das Vogelhaus gründlich gereinigt und den Technikkasten erstmal in "Quarantäne" gesteckt, dann gereinigt und die Kamera mit Flachbandkabel in Version 3 weiterverwendet.

 

Vorteile dieser Version:

  • Die Technik kann gewartet werden, ohne die Vögel großartig zu stören.
  • Die Technik ist den Vögeln verborgen und gut vor Schnäbeln und Krallen geschützt.
  • Der Neigungswinkel der Kamera kann von außen eingestellt werden.
  • Dank der Umfunktionierung des Netzwerkkabels zur Versorgung der LEDs und Temperatursensors gibt es kein Kabelgewirr mehr.

Nachteile dieser Version:

  • Die Lösung ist beschränkt auf Vogelhäuser mit Flachdach.
  • Die Abzweigbox ist nicht so schön.
  • Netzwerk- und Flachbandkabel zwischen Technik und Raspberry Pi sind noch nicht optimal eingehaust, bzw.insgesamt wurde zu viel mit Heißkleber gearbeitet.

Am meisten störte mich bei dieser Version, dass die Elektro-Abzweigbox nur in Kombination mit Flachdach wirklich praktikabel ist. Eine universell einsetzbare Lösung musste her!

So kam ich zu Version 3.