Vogelhaus Kamera Version 1

Gepostet von Thomas am 2016-09-15 22:28:19

Die Grundidee / Anforderungen

Nachdem die Überwachung meines selbstgebauten Hummelhotels nicht geklappt hat, da keine Hummeln eingezogen waren, habe ich mir ein Vogelhaus besorgt - hier war die Chance auf einen Bewohner höher. Ich kaufte mir also ein in meinen Augen schönes blaues Vogelhaus mit Spitzdach. Hier wollte ich die Kamera möglichst hoch im Giebel einbauen, damit ein größtmöglicher Bereich gefilmt wird. Weiterhin sollte ein Temperatursensor den Innenraum überwachen, ich wollte wissen, ob die Küken nachts erfrieren oder tagsüber bei Sonne fast gebraten werden.

Also hebelte ich vorsichtig das zerbrechliche Holzdach ab und überlegte, wie ich am besten die Technik unterbringen kann. Ich überlegte mir eine Art "Dachboden", der die Vögel nicht stört und der die Technik schützt - von oben durch das Dach und von unten durch das Dachbodenmaterial. Ich entschied mich hier für thermodynamisches Plastik, weil man es mit einem Heißluftfön gut verformen und mit einem scharfen Cuttermesser schneiden kann.

Weiterhin sollte der Dachboden möglichst wenig Platz im eh schon für meinen Geschmack kleinen Vogelhaus einnehmen. Deshalb entschied ich mich auch dafür, den Raspberry Pi nicht auch noch ins Vogelhaus zu bringen, sondern geschützt in meine Gartenhütte, an deren Außenseite das Vogelhaus hängt.

Der Aufbau

Die "Ablage" für die Kamera und die LEDs  wollte ich an der Rückwand anbringen, deshalb hat sie im Groben die Form eines . Die Ablage wurde mit Hilfe eines Heißluftföns im rechten Winkel nach unten geknickt und mit der Rückwand des Vogelhauses verschraubt. Vorne habe ich eine Spitze hochgebogen, so dass sie mit dem Dachgiebel die Technik vom Einflugloch aus verbirgt. Für die Infrarot-LEDs habe ich hinten links und vorne rechts ein Loch gebohrt und sie von oben durchgesteckt, so dass sie den Brutraum nach unten ausleuchten können. Für das Kameraobjektiv habe ich ein kleines rechteckiges Loch geschnitten.

Durch ein weiteres Loch vorne links habe ich einen DS18B20 Temperatursensor gesteckt, mit dem ich die Temperatur im inneren des Brutraums gemessen habe. Im Bild sind es die drei Kabel schwarz,gelb,rot vor dem Kameramodul. Sowohl das Flachbandkabel der Kamera als auch die 7 Kabel für LEDs und Temperatursensor werden durch einen Schlitz in der Rückwand nach außen geführt. Sie laufen durch einen Kabelkanal hinten am Vogelhaus nach unten und von da durch die Holzwand meiner Gartenhütte zum dort platzierten Raspberry Pi.

Hier kann man gut erkennen, dass die Kamera-Ablage möglichst hoch im Giebel platziert wurde, um einen maximalen Blickwinkel zu haben. Die Kabelage ist hier noch nicht sauber im Kabelkanal verstaut, aber im Hintergrund sieht man schon das live-Kamerabild. Zum Justieren des Kamerafokus hatte ich eine Tube Klebstoff ins Vogelhaus gelegt. Sehr schön sind die beiden Spotlight-artigen Lichtkegel der beiden einzelnen LEDs zu erkennen.

Die Kabelage ist auf dem Bild noch nicht sauber im weißen Kabelkanal verstaut, es ist ein ziemliches Kabelgewirr. Das hat mich im Nachhinein gestört.

Als die Technik im Vogelhaus-Dachboden verstaut war, habe ich das Dach wieder aufgeleimt. Ich wollte damals nicht die aus dem leichten Holz gefertigten Dachschindeln durch Schrauben verhunzen.

Das Vogelhaus habe ich mit 4 Schellen auf zwei ISO-Gewindestangen montiert. An der Rückseite verläuft der Kabelkanal unsichtbar und wird in der Ritze, durch die auch die ISO-Gewindestangen kommen, ins Innere der Gartenhütte geführt zum Raspberry Pi.

 

 

Erfahrungen nach einer Brutsaison

Im Herbst 2014 habe ich das Vogelhaus gesäubert und nach der Technik gesehen. Es war das erste Mal, dass ich seit Dezember 2013 das Dach abgenommen hatte...

Das Dach war von unten leicht angeschimmelt, was aber der Tatsache geschuldet ist, dass das ganze Dach aus Balsaholz oder einem ähnlich leichten, porösen Holz gefertigt war. Weiterhin hat die Kohlmeise von innen das Einflugloch ziemlich bearbeitet, wie das Bild zeigt. Die spitzen Splitter könnten die Vögel verletzen.

So eine Absteige aus Billig-Holz wollte ich den Vögeln nicht eine weitere Saison zumuten, außerdem bedurfte meine Konstruktion einigen Verbesserungen! Folgendes hatte ich gelernt:

 

Vorteile dieser Version:

  • Die Technik ist den Vögeln verborgen und gut vor Schnäbeln und Krallen geschützt.
  • Von der Technik ist von außen nichts zu sehen.

Nachteile dieser Version:

  • Während der Brutzeit kann man nicht an die Technik zur Wartung, ohne das komplette Dach abzunehmen und die Vögel total zu verstören und so dafür zu sorgen, dass die Eltern das Nest aufgeben und die Küken verhungern!
  • Die einzelnen Kabel sind blöd durch den Kabelkanal zu führen und geben ein Kabelgewirr.
  • Die beiden LEDs müssen nicht einzeln schaltbar sein, man macht eh das Licht nur insgesamt an oder aus. Somit können die beiden LEDs in Reihe geschaltet und zwei Kabel eingespart werden.

Der gravierendste Nachteil war, dass beim Ausfall der Kamera oder der LEDs keine Möglichkeit bestand, eine Wartung durchzuführen. Das führte mich zu der Erkenntnis, dass die Technik jederzeit von außerhalb zugänglich sein muss. Dabei sollte eine Störung der Vögel ganz vermieden oder auf ein Minimum beschränkt werden.

So kam ich zu Version 2.